Noch vor kurzem waren LCD-Fernseher ein teurer Luxus - das hat sich mittlerweile deutlich geändert: Kleine, einfache LCD-Fernseher sind heute bereits für 250 EUR zu haben, für wirklich große Modelle mit 50 Zoll Bilddiagonale werden allerdings noch immer leicht 4.000 EUR fällig.
Bei der Auswahl eines LCD-Fernsehers kommt es im wesentlichen auf die folgenden Kriterien an:
Heutzutage gängig sind LCD-Fernseher mit Bildschirmdiagonalen von 14 Zoll (ca. 34 cm) bis hin zu 42 Zoll (ca. 115 cm). Wie groß der Fernseher sein sollte, hängt natürlich primär vom Betrachtungsabstand (und dem verfügbaren Budget) ab. Als Faustregel gilt: Der Betrachtungsabstand sollte zumindest um Faktor 4 größer sein als die Bilddiagonale.
Während bei traditionellen Röhrenfernsehern das 4:3-Format dominiert, kommt das Gros der LCD-Fernseher heute im HDTV-tauglichen 16:9-Format. Ein LCD-Fernseher im 4:3-Format macht als nur Sinn, wenn man ihn primär zum (analogen) Fernsehen nutzt. Für Filme auf DVD sowie digitale Fernsehsendungen ist das 16:9-Format ganz klar die bessere Wahl. Bei der Darstellung des jeweils anderen Formates erscheinen typischerweise Balken oben und unten respektive links und rechts.
In diesem Punkt herrscht leider einige Verwirrung, die manche Hersteller auch bewusst aufrecht erhalten, um einfache Modell unter dem HD-Label verkaufen zu können:
Die Bildqualität eines LCD-Fernsehers übersteigt - ein entsprechendes HDTV-Bildsignal vorausgesetzt - alles, was man von analogen Röhrenfernsehern kennt. Kein Wunder, bietet die volle HDTV-Auflösung doch satte 1920 x 1080 Pixel als Vollbild, während das normale, analoge Fernsehen gerade einmal auf 768 x 576 Bildpunkte im Halbbild-Verfahren kommt.
In der Praxis zeigen sich die Qualitätsunterschiede bei LCD-Fernsehern vor allem in der mehr oder minder ausgeprägten Schlierenbildung bei schneller Bildabfolge sowie der Schwarzdarstellung. Auch die Farbtreue ist ein Thema: LCD-Geräte haben oft einen leichten Blaustich.
Im Gegensatz zu Röhrenfernsehern bieten LCD-Fernseher vertikal und horizontal einen begrenzten Blickwinkel. Schaut man also zu stark schräg auf das Display, ist das Bild nicht mehr gut erkennbar. Moderne Geräte bieten einen Betrachtungswinkel von fast 180 Grad - das sollte in der Praxis für alle gängigen Situationen ausreichen.
Ein LCD-Fernseher sollte zur Verbindung mit analogem Video-Equipment über mindestens zwei, besser drei Scart-Anschlüsse verfügen. Wichtig dabei: Achten Sie darauf, dass es sich um voll beschaltete RGB-Scart-Anschlüsse und nicht nur minderwertige FBAS-Scart-Buchsen handelt.
Zum Anschluss digitaler Bildquellen braucht es eine DVI- oder HDMI-Schnittstelle. Diese sollte allerdings unbedingt den HDCP-Standard unterstützen, um auch DVDs (mit Kopierschutz) in digitaler Form auf dem Fernseher wiedergeben zu können.
Ganz wichtig: Während sich in einen Röhrenfernseher zumindest brauchbare Lautsprecher integrieren lassen, ist dies aufgrund der flachen Bauform bei LCD-Fernsehern ausgesprochen schwierig. Besonders die Basswiedergabe der meisten LCD-Fernseher lässt daher zu wünschen übrig. Umso wichtiger ist es, dass der Fernseher über geeignete Audio-Ausgänge verfügt.
Aufgrund ihrer flachen Bauform und des moderaten Gewichts eignen sich LCD-Fernseher besonders gut zur Wandmontage. Wenn Sie diese Möglichkeit in Betracht ziehen, sollten Sie beim Kauf auf die Option "Vesa Mount" achten. Dabei handelt es sich um genormte Bohrungen zur Befestigung einer Wandmontage.